• Was haben Adam und Eva mit dem Advent zu tun?

  • von Hermann Differenz
    Liebe Gemeindemitglieder,
    seit dem 03.11.2023 sind über dem Seiteneingang der St. Peter und Paul Kirche Adam und Eva eingezogen. In vielen mittelalterlichen Kirchen findet man ihr Bild in Kirchenfenstern und als Figuren an den Kircheneingängen.
    Als vor bald 50 Jahren der neue Kreuzweg für die St. Peter und Paul Kirche angeschafft wurde, hat der damalige Schnitzer Luis Piccolruaz aus dem Grödnertal auch diese zwei Figuren geschaffen. Es sind Kopien der beiden Türfiguren an der Marienkapelle am Würzburger Marktplatz, die einst der Bildschnitzer Tilmann Riemenschneider geschaffen hatte. Adam und Eva haben ihren Namenstag am 24. Dezember. Adam heißt auf Deutsch: aus Erde gemacht und bezeichnet den Menschen, der aus dem Staub der Erde gemacht ist. Eva heißt auf Deutsch: die Leben spendende.
    Gott hat dem Menschen diese Erde anvertraut, die eigentlich ein Paradies sein könnte, die Leben für alle gibt, aber der Mensch geht oft über seine Grenzen hinweg und da zerbricht die Beziehung zu Gott und zueinander. Da zerbrechen das Paradies und der Friede. Der Mensch, der auf der einen Seite so viel Großes schaffen kann, der kann auch zugleich viel zerstören und zunichte machen. Das ist die Spannung, in der die Menschheit lebt. Deshalb warten wir auf einen Retter, der uns aus dieser Lage befreit. Im Advent und an Weihnachten schauen wir auf das Wunder der Menschwerdung. Gott kommt zu uns in diese Welt, in unsere Not. Die neue Eva ist Maria, die Ja sagt zu der großen Anfrage Gottes und durch sie kommt der neue Mensch, der neue Adam auf die Welt: Jesus, der mit uns geht durch alle Höhen und Tiefen. Jesus, der aus der Verbindung zu Gott neue Gemeinschaft bringt zu Gott und zueinander. Deshalb haben Adam und Eva am 24.12. ihren Namenstag, bevor wir am 25.12. die Geburt des neuen Adam aus Maria feiern.
    Deshalb haben nun auch die zwei Figuren ihren Platz zwischen der Madonna mit dem Jesuskind, dem Lebensanfang und am Beginn des Kreuzwegs, der an das Lebensende von Jesus erinnert.
    In den 70 er Jahren wurde sich gegen die Aufhängung dieser Figur entschieden. Pfarrer Walter Deutsch hatte sie nun in all den Jahren in seiner Privatwohnung beherbergt. Nun hat er in seinem hohen Alter von 96 Jahren angefragt, ob die Figur hier doch willkommen sei und der Ortsausschuss des Pfarrgemeinderates hat der Anfrage zugestimmt.
    Wir danken Herrn Pfarrer Deutsch für die Überlassung der Figur. Wir danken der Firma Selbitschka für die fachkundige Anbringung.
     Bild: pixabay, pfarrbriefservice Bild: pixabay, pfarrbriefservice
    Bevor der Adventskranz im 19. Jahrhundert aus Hamburg seinen Siegeszug in die deutschen Wohnungen und Kirchen genommen hat, gab es schon einen Vorgänger. Das war das Paradeiserl, das in einer Zeichnung hier zu sehen ist. Die vier Kerzen stehen für die vier Adventssonntage, die um das Licht im Dunkel der Welt bitten. Die grünen Zweige und die Pyramidenform erinnern an den Baum des Lebens und auf die Hoffnung auf ein friedvolles Leben. Die vier Äpfel, in denen die Kerzen stecken erinnern an die verbotene Frucht, die Adam und Eva vom Baum des Lebens genommen haben. Malus heißt in Latein der Apfel und so wurde aus der Frucht in der Kunst oft ein Apfel, der an das Böse (auf lateinisch heißt das MALUM) erinnert. Das geschieht, wenn der Mensch, sich höher glaubt als Gott und die Gemeinschaft mit Gott vergisst.
    Wahrscheinlich brachte die Wortähnlichkeit auch die Tradition aus der Frucht eben den Apfel zu machen.
    So wünsche ich Ihnen und uns allen eine gute, gesegnete Adventszeit und ich werde versuchen an Weihnachten auch nochmal Adam und Eva in Erinnerung zu bringen und eine Brücke zu den zwei neuen Gästen in unserer Kirche zu bauen.

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