Kreuzwallfahrt

Wallfahrt – den Weg Jesu gehen

Liebe Besucherinnen und Besucher unserer Internetseite! Wir freuen uns, dass Sie den Weg durch die unendlichen Weiten des Internets, zu uns gefunden haben. Wir möchten ihnen als Einleitung gerne nachstehende Gedanken mit auf den Weg geben.

Folgen, Leben mit Jesus hat Folgen.
Die alten Pläne und Ideen zählen nicht mehr.
Folgen, komm wir wollen ihm folgen.
Sein Weg ist gut. Wir gehen hinterher.

So lautet der Refrain eines neuen geistlichen Liedes.

Die Wallfahrt hat etwas mit Weg zu tun, mit Wege gehen. Wer sich aufmacht, signalisiert damit, dass er oder sie bereit ist, neue Impulse aufzunehmen und verändert am Ziel anzukommen bzw. nach Hause zurückzukommen. Denn das Gehen eines Weges hinterlässt Spuren. Es besteht die Möglichkeit, dass der Wallfahrer unterwegs dem begegnet, der von sich selbst gesagt hat „Ich bin der Weg.“ (Joh 14, 6). In der Tradition des Wege-Gehens steht auch die Steinheimer Wallfahrt zum Heiligen Kreuz. Steinheimer Christen sowie Christen aus der Stadt Hanau und den Umlandgemeinden der Diözese Mainz kommen an den Wallfahrtstagen im Mai und im September auf dem Wallfahrtsplatz vor der Kreuzkapelle zusammen. Sie bringen sich und ihren Alltag mit ein in den Wallfahrtsgottesdienst. Im Mitgehen und Prozessionen bekommen die Wallfahrer einen anderen Blick auf ihre Sorgen und Probleme; vielleicht auch auf eigene Schuld und Versagen. Die Festpredigt gibt Impulse für die Erneuerung des Lebens. So helfen die Anregungen des Wallfahrtstages von sich selbst abzusehen und auch die Not anderer wahrzunehmen. Die Wallfahrer können sich neu Gottes Zielen zuwenden und dem hinterhergehen, der der gute Weg ist: Jesus Christus. Im Jahr 2009 jährte sich die Steinheimer Kreuzwallfahrt zum 700sten Mal. Ein Jubiläum, das wieder tausende Wallfahrer zur Kreuzkapelle pilgern lies, in der das 1309 gefundene Wallfahrtskreuz aufbewahrt wird. Afrikaner sagen: „Wenn du schnell gehen willst, dann gehe allein. Wenn du weit gehen willst, dann gehe mit allen.“ Mit der Feier des Jubiläums erinnern wir uns an die vielen Schritte unzähliger Pilger vor uns. Wir rufen uns diese Gemeinschaft der Glaubenden in Erinnerung wenn wir uns einreihen in die Steinheimer Wallfahrt zum Heiligen Kreuz.


Wallfahtsgeschichte

Von der frühesten Zeit haben wir nur sehr wenige Nachrichten. Über die Entstehung berichtet eine Legende, die allerdings mit dem 3. Mai des Jahres 1309 schon ein festes Datum nennt. Pater Aloysius Moehrlein, 1747 Mönch in Seligenstadt und Pfarrer in Steinheim hat sie aufgezeichnet:

Im Jahre Christi 1309, den dritten Mai, an welchem Tag bekannter Weise unsere christkatholische Kirche von alten Zeiten her das Fest der Kreuzfindung begeht, landete am Ufer des Mainflusses zu Niedersteinheim, nächst dem Friedhof die Leiche eines Fremdlings. Um weitere Mühe und Unkosten eines Begräbnisses zu ersparen, vielleicht auch aus anderen Absichten, stießen die Einwohner den Leib des unbekannten Ertrunkenen vom Lande. Der leblose Körper war aber so leicht nicht abzuweisen mussten sie dennoch mit Erstaunen wahrnehmen, dass der starre Körper wieder an das Land kam. Man traf also in Eile Anstalt zu dessen Beerdigung; der Ort war ungefähr nächst der Kirchhofmauer gewählt und indem man die Erde des Grabes aufwirft, findet sich dieses so fremde als anmutiges Bildnis des Gekreuzigten, welches, Gott Verunstaltung unter der Erde gelegen Man hat auch zugleich dazumal wissen wollen, als wäre dieses Kreuzbild vor etlichen Jahrhunderten schon miraculös und hochgeschätzt gewesen, aber zu den Zeiten der Bilder Stürmerey und des übrigen aranischketzerischen in den Rhein- und die hiesigen Gegenden häufig wütende Unwesens, bis dahervergraben und gerettet worden.


Die Wallfahrt heute

Ohne Zweifel erlebt die Steinheimer Wallfahrt zum Heiligen Kreuz in den letzten Jahren ein steigendes Interesse. Zwischen 1000 und 2000 Gläubige feiern an den Wallfahrtstagen im Mai und September den Hauptgottesdienst am Außenaltar mit. Zur Wallfahrt mit Bischof Nossol aus Oppeln kamen nach Presseberichten übe 3000 Gläubige. Aufgrund einer stärkeren Gewichtung der kirchenmusikalischen Gestaltung (Gastchöre, qualifizierte Gesangs- und Instrumentalsolisten) erfreuen sich auch die Nachmittagsandachten in jüngerer Zeit eines auffallend gewachsenen Zuspruchs.
Viele Wallfahrer erhoffen gerade von den Predigtworten des Gastpredigers am Vormittag wie am Nachmittag Impulse und Ermunterung, den eigenen Lebensalltag aus dem Glauben bestehen zu können. Vor allem der FESTCHARAKTER ist es, der die neuen Formen der Wallfahrt mit den traditionell gewachsenen verbindet, der Angehörige aller Generationen anzieht.

In einer Zeit der sinkenden Kirchenmitgliederzahlen, der zurückgehenden Gottesdienstbesucherzahlen bietet gerade die Steinheimer Kreuzwallfahrt den Katholiken des Hanauer Raumes ein GEMEINSCHAFTSERLEBNIS. Die Erfahrung einer großen Gottesdienstgemeinde, das Erleben einer frohen und festlichen Feier des Glaubens mit einer den sonntäglichen Gottesdienst weit übersteigenden Gläubigerzahl ist vielen Wallfahrern eine Stärkung des eigenen Glaubens. Religion und Glaube, die Zugehörigkeit zur Kirche wird bei den Hauptgottesdiensten der Steinheimer Kreuzwallfahrt fast demonstrativ für die Öffentlichkeit und für das eigene Ich der Mitfeiernden sichtbar.
Der Charakter einer "Großveranstaltung" gibt vielen Wallfahrern das Gefühl: Ich bin nicht allein, Kirche und Glaube lebt, die Kirche zieht sich nicht in die Innenräume zurück, sondern legt ein selbstbewusstes öffentliches Bekenntnis ab. Freilich kommen auch heute noch Pilger mit großen Sorgen und Nöten, manche sicher auch im Bewusstsein von Schuld und Versagen, viele aber mit der Hoffnung, mit anderen den Glauben teilen zu können. Neben dem Fest- und Gemeinschaftscharakter der Wallfahrtstage wird die Kreuzkapelle außerhalb der Wallfahrtstage von vielen als eine Oase des persönlichen Zusichselbsfindens und des seelischen Auftankens besucht. Die vielen unablässig vor dem Wallfahrtskreuz brennenden Opferkerzen belegen dies.

Ansprechpartner

Giuseppe Abrami


Birgit Maikranz

Pfarrsekretärin
(06181) 6 14 50

Termine

  • Sonntag, 18.09.2022 • 10.00 Uhr Wallfahrtsplatz

  • Festhochamt
    zur Kreuzwallfahrt mit anschließendem gemeinsamen Mittagessen.

    Beiträge

  • Ankündigung Kreuzwallfahrt

  • von Giuseppe Abrami
    Schon heute möchten wir auf die anstehende September-Wallfahrt am Sonntag, 18.09.2022 aufmerksam machen. Wir freuen uns, dass Herr Dr. Franz-Josef Bode, der Bischof des Bistums Osnabrück als Festprediger für unseren Wallfahrtstag zugesagt hat. Das genaue Programm folgt noch, jedoch als Einstimmung finden Sie nachstehend das Portrait unseres Festpredigers.


    Franz-Josef Bode, Bischof des Bistums Osnabrück


     Bischof Franz-Josef Bode © Bild: Bistum Osnabrück Bischof Franz-Josef Bode © Bild: Bistum Osnabrück
    Seit dem 26. November 1995 ist Dr. Franz-Josef Bode Bischof des Bistums Osnabrück, das rund 540.000 Katholiken zählt. Bode wurde am 16. Februar 1951 in Paderborn geboren und wuchs in Etteln, einer kleinen Gemeinde im Paderborner Land, auf. Nach dem Theologiestudium in Paderborn, Regensburg und Münster weihte ihn der damalige Paderborner Erzbischof Johannes Joachim Degenhardt 1975 zum Priester und schickte ihn als Vikar nach Lippstadt. Nach weiteren Studien in Bonn promovierte er 1986 zum Dr. theol. Von 1986 bis zu seiner Ernennung zum Weihbischof in Paderborn 1991 war er Pfarrer in Fröndenberg an der Ruhr. Am 1. September 1991 wurde er im Dom zu Paderborn zum Bischof geweiht. Sein bischöflicher Wahlspruch lautet: Gott ist größer als unser Herz (1 Joh 3,20).
    Rund 14 Jahre, von 1996 bis 2010, war Bode Vorsitzender der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz und von 2010 bis 2021 Vorsitzender der Pastoralkommission. Seit 2017 ist er stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz und seit den Anfängen des Synodalen Wegs der katholischen Kirche in Deutschland 2019 Mitglied in dessen Präsidium. Er leitet das Forum Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche.
    Mit einem öffentlichen Schuldbekenntnis am 28. November 2010 reagierte Bode auf die seit Jahresbeginn in Deutschland bekanntgewordenen Vorfälle von sexuellem Missbrauch durch Priester, Ordensleute und kirchliche Mitarbeiter an Kindern und Jugendlichen. Der Bußgottesdienst, bei dem sich Bode zu Beginn vor dem Altar auf den Boden legte, stieß bundesweit auf Resonanz und breite Zustimmung.
    Die Universität Osnabrück würdigte im Jahr 2013 Bodes Engagement für den Dialog zwischen Religion und Wissenschaft mit der Verleihung eines Ehrendoktortitels. 2019 erhielt er den Ehrendoktortitel der Universität Luzern für seinen hohen Einsatz zur Förderung der Mitwirkungsmöglichkeiten von Frauen in Kirche und Gesellschaft. Text: © Bistum Osnabrück