von Wolfram Schmidt
Mit Elan sind wir (hoffentlich) ins neue Jahr 2026 gestartet. Neue oder alte Pläne haben wir geschmiedet, wir alle hoffen, dass es besser wird.
Mit dem Jahresbeginn rückt nun auch im Leben unserer Gemeinden ein bedeutsamer Termin spürbar näher: der 01.01.2028 - das Datum, an dem die bisherigen, gewohnten Kirchengemeinden im Pastoralraum (ehemals Dekanat Seligenstadt) vom Bischof aufgehoben und durch eine neue, gemeinsame Kirchengemeinde ersetzt werden. Noch zwei Jahre!
Noch zwei Jahre, das ist ja noch weit hin, lassen wir es gemütlich angehen! - das wäre eine mögliche Reaktion. Noch zwei Jahre, upps, das ist ja gar nicht mehr so lange hin, und da gibt es doch noch so vieles zu tun! - das wäre die zweite Reaktion. Sie ist auch die der Situation angemessene.
Es gibt wahrlich noch viel zu tun: da sind vor allem die vielen grundsätzlichen Entscheidungen zu treffen, wie wir im Pastoralraum Mainbogen zu einer Gesamtgemeinde zusammenrücken und -wachsen wollen, wie so viele organisatorische Fragen zu lösen sind, wie wir über die Ortsgemeinschaften von Steinheim bis Mainhausen pastoral gemeinsam leben und arbeiten wollen, bis hin zu Einzelfragen wie unsere neue Kirchengemeinde heißen wird, welche Kirche unsere Pfarrkirche wird, wie ...
Gerade im Jahr 2026 müssen viele dieser noch offenen Fragen gelöst und beantwortet werden - was sich als nicht einfach entpuppt. In neun Projektgruppen treffen sich Menschen aus allen Ortsgemeinden seit gut zwei Jahren, um Vorschläge zu erarbeiten, wie das katholisch-kirchliche Leben im Mainbogen ab 2028 aussehen kann. Da sind die drei pastoralen Themen Liturgie/Gottesdienste, Katechese und diakonisches Leben, da sind die drei organisatorischen Themen Finanzen, Verwaltung und Gebäude, dazu kommen die Themengruppen KinderTagesstätten, Ökumene und Öffentlichkeitsarbeit. Mit Hochdruck wird in diesen Projektgruppen an Vorschlägen ihres Themenbereiches für das Gesamtkonzept der neuen Kirchengemeinde gearbeitet. Alle Projektgruppen sollen nun im Laufe des Jahres 2026 die Ergebnisse ihrer Arbeit abschließen und präsentieren, damit über ihre Vorschläge entschieden werden kann.
Das Gremium, in dem diese Entscheidungen fallen, ist die sogenannte Pastoralraumkonferenz (PRK). In diesem Gremium kommen Vertreterinnen und Vertreter aller Pfarrgemeinderäte (für unsere Pfarrgruppe sind dies aus jeder Gemeinde je ein PGR-Mitglied), aller Verwaltungsräte, der verschiedenen Verbände und Vertreterinnen der KiTa's. Dazu kommen alle gewählten Jugendvertreterinnen und -vertreter in den PGR (Jugendrat) sowie alle Hauptamtlichen - insgesamt ein ziemlich großes Gremium von fast 100 Personen.
Die PRK hat sodann in einer ersten Lesung die verschiedenen Entwürfe der Projektgruppen zu bewerten: welcher Vorschlag wird favorisiert, welcher eher nicht. Dieses Votum ist allerdings noch lange nicht das letzte Wort - denn jetzt sind die PGR und VWR der Ortsgemeinden gefragt. Sie haben das Recht und die Aufgabe, diese erste Entscheidung der PRK zu prüfen und dann zu befinden: können wir als Ortsgemeinde mit diesem Votum leben - oder auch nicht. Dazu bedarf es im Idealfall auch der Rücksprache mit den Gemeindemitgliedern. PGR und VWR haben - vor allem im ablehnenden Fall - ihre Entscheidung schriftlich zu begründen. Denn nun kommt es in der PRK zur zweiten Lesung über das Thema. Dabei kann die PRK die Bedenken aus den Ortsgemeinden ernst nehmen, die Entwürfe sogar gegebenenfalls in die Projektgruppen zurückverweisen - sie kann aber auch die Entwürfe mit Mehrheit der Stimmen genehmigen. Alle verabschiedeten Entwürfe gehen am Ende des Jahres in das Gesamtkonzept von Pastoral und Organisation für die neue Kirchengemeinde ein, das dann Anfang 2027 dem Bischof und seinen Leitungsteam zur Genehmigung vorgelegt wird.
Klingt kompliziert? Noch komplizierter ist das Abstimmungsverfahren in der PRK!
Da es sich bei diesem Gesamtkonzept von Pastoral und Organisation um eine Art Grundgesetz für die neue Kirchengemeinde handelt, ist es notwendig, dass für die Abstimmungen mindestens zwei Drittel aller Mitglieder der PRK anwesend sein müssen. Und wenn nicht alle dabei sein können? Dann dürfen die Mitglieder der PRK einen Ersatz nominieren, der für sie das Stimmrecht wahrnimmt. Und wenn es dann immer noch nicht reicht, dass die Mindestteilnehmerzahl erreicht wird? Dann kann die erste Abstimmung nicht stattfinden. Erst für eine zweite Ansetzung der entsprechenden Abstimmung ist keine Mindestteilnehmerzahl vorgeschrieben, dann dürfen alle, die da sind (egal wie viele es sind) zur Abstimmung schreiten. Das bedeutet: für jede Sitzung der PRK (in 2026 sind zunächst sieben vorgesehen!) gibt es heute schon zwei bekannte Termine.
Dazwischen müssen sich natürlich auch die PGR und die VWR zu ihren Beratungen treffen (neben dem alltäglichen Gemeindegeschäft) - und im Idealfall auch noch Pfarr(gruppen)versammlungen, damit die Gemeindemitglieder auch noch eine Möglichkeit haben, ihre Meinungen und Ansichten kundzutun.
Es wird deutlich: der Weg hin zu den konzeptuellen Entscheidungen ist langwierig und aufwändig - und braucht viel Sitzfleisch für alle Beteiligten. Für unsere Pfarrgruppe Steinheim/Klein-Auheim bedeutet das für das erste Halbjahr 2026 an Terminen:
Di, 20.1. oder Mi, 21.1., 1. Pastoralraumkonferenz (erste Abstimmungen u.a. zum Gebäudekonzept)
Di, 27.1., 19.30 Uhr PGR-Sitzung
Sa, 21.2., 18.30 Uhr Pfarrgruppenversammlung in St. Nikolaus (nach der Vorabendmesse)
Do, 26.2., 19.30 Uhr PGR-Sitzung
Mi, 25.3. oder Do, 26.3., 2. Pastoralraumkonferenz
Di, 31.3., 19.30 Uhr PGR-Sitzung
Di, 28.4. oder Do, 29.4., 3. Pastoralraumkonferenz
Di, 5.5., 19.30 Uhr PGR-Sitzung
Mi, 17.6. oder Do, 18.6., 4. Pastoralraumkonferenz
Mo, 22.6., 19.30 Uhr PGR-Sitzung
Dazwischen finden monatlich auch die entsprechenden (nichtöffentlichen) Sitzungen der VWR in allen drei Kirchengemeinden statt. Ob und wann es weitere Pfarrgruppenversammlungen gibt, ist noch nicht entschieden.
Wir, als Verantwortliche im Leben der Ortsgemeinden unserer Pfarrgruppe, werden in den nächsten Ausgaben des Pfarrbriefes versuchen, Sie als Gemeindemitglieder inhaltlich mit den anstehenden Entscheidungen vertraut zu machen, Sie zu informieren über alle Anträge, Vorschläge - und natürlich auch über die Entscheidungen. Auch wollen wir andere Formen der Information nutzen (Homepage, Aushänge) - und natürlich auch das persönliche Gespräch. Wenn Sie Fragen, Ideen und Beiträge haben scheuen Sie sich nicht, uns anzusprechen. Und wenn Sie noch Zeit und Lust haben, sich in die Arbeit der Projektgruppen einzubringen - auch dafür ist es noch nicht zu spät.
Nutzen wir alle Chancen und Möglichkeiten, die uns gegeben sind, damit wir zum 01.01.2028 eine gut aufgestellte Kirchengemeinde gründen können, in der wir alle eine Heimat bewahren und finden können, in der wir weiterhin unseren Glauben leben können und der Welt zeigen: die Glaubensgemeinschaft katholische Kirche lebt!