• Mut und Vertrauen

  • von Karola Emge-Kratz(Gemeindereferentin)
    Ich habe mal die Künstliche Intelligenz zu diesem Thema befragt:
    Vertrauen und Mut sind eng miteinander verbundene Konzepte, wobei Vertrauen oft als eine Form von Mut angesehen wird, wie das Zitat von Marie von Ebner-Eschenbach, Vertrauen ist Mut, und Treue ist Kraft, verdeutlicht.
    Die Verbindung von Vertrauen und Mut
    Vertrauen als Grundlage: Vertrauen in sich selbst (Selbstvertrauen) und in andere bildet die Basis, um Ängste vor Fehlern oder Rückschlägen zu minimieren. Es ist das Gefühl, dass man sich auf etwas oder jemanden verlassen kann, auch wenn Unsicherheit oder ein Risiko besteht.
    Mut als Handlung: Mut ist die Fähigkeit und Bereitschaft, trotz Angst oder Unsicherheit zu handeln und die eigene Komfortzone zu verlassen. Wenn man Vertrauen hat, fällt es leichter, den ersten Schritt zu tun, ohne das Endresultat vollständig zu kennen.
    Gegenseitige Stärkung: Mutiges Handeln, selbst wenn es scheitert, bietet Lernchancen und stärkt das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten für die Zukunft. Führungskräfte, die Mut zeigen, schaffen eine Kultur der Offenheit, die wiederum Vertrauen und Loyalität im Team fördert.

    Aha, denkt jetzt die zweite KI (die Karola Intelligenz), was bedeutet das nun für uns im christlichen Zusammenhang?
    Im Alltag begegnen uns immer wieder Situationen, die uns zu überfordern scheinen, die uns extrem belasten und förmlich aus der Bahn werfen können. Wie gut ist es da, sich auf unseren Gott verlassen zu können, der schon zu Mose am brennenden Dornbusch gesagt hat: ich bin der ICH BIN DA (2 Mose 3,14). Das bedeutet auch in unserer Zeit, dass Gott in jeder Situation präsent ist und immer für uns Menschen da sein will. Ja, er ist da, aber manchmal sind wir so niedergeschlagen (im wahrsten Sinne des Wortes), dass wir IHN in unserem Leben gar nicht wahrnehmen können. Da muss ich unweigerlich an die Emmaus-Jünger denken, die todtraurig auf dem Weg sind und denen es nicht möglich ist, Jesus, der sich ihnen anschließt, zu erkennen. Ich habe da einen Holzschnitt von Karl Schmidt-Rottluff vor Augen, den Sie bestimmt auch schon gesehen haben: Zwei Freunde Jesu am Ende ihrer Kraft. Beide gehen als sei ihnen das Rückgrat gebrochen. Nur schlürfend bewegen sie sich vorwärts.
    Ein Lichtpunkt in ihrem Dunkel: Sie sind nicht verstummt. Sie reden miteinander auf ihrem Weg über all das, was sich ereignet hatte.
    Wir aber hatten gehofft.

    Alle ihre Hoffnungen wurden am Karfreitag zerstört. Und sie selbst wirken wie am Boden zerstört, ganz enttäuscht und völlig mutlos. Hinter ihnen liegt der totale Zusammenbruch ihrer Hoffnung. Endstation ihrer Sehnsucht: das Kreuz. Ihr Leben scheint sinnlos geworden, ohne Ziel. Haben sie umsonst alles verlassen? Sind sie IHM umsonst nachgefolgt? Wie soll es weitergehen? Die Last der Vergangenheit erdrückt sie. Wie Blinde schreiten sie in die Zukunft: Blind für alles, was hinter ihnen liegt; blind für den Weg, der sich vor ihnen auftut.
     
    Ihre Augen waren wie mit Blindheit geschlagen.

    Darum erkennen sie auch den Herrn nicht in ihrer Mitte. Aber sie lassen ihn Weggefährte sein. Nun brauchen sie jemanden, der ihnen Mut macht, der ihnen die Augen öffnet, sie aufrichtet und ihnen den Sinn erschließt. Der Dritte geht – mitten in ihrer Krise – längst mit ihnen, unerkannt. Plötzlich war er da, mischte sich in ihr Gespräch. Er kennt den Weg der Angst und Dunkelheit durch Leid und Trauer hindurch. Darum kann er sie darin begleiten. Aber er ist anders. Er geht aufrecht zwischen den zwei niedergedrückten Gestalten, ruhig, souverän, mit wachen Augen.
    Die Beiden aber nehmen den Fremden, der zu ihnen getreten ist, gar nicht richtig wahr; sie erkennen Jesus nicht in ihm. Sie merken nicht, dass er bereits mit ihnen auf dem Weg ist. Noch können sie seine Geste, die gleichzeitig Segen und Trost ausdrückt, nicht sehen. Aber er ist an ihrer Seite in diesen dunklen, verzweifelten Stunden, in denen das Weitergehen schwerfällt, ja fast unmöglich erscheint. Der noch unerkannte Jesus schaut quasi aus dem Bild, direkt auf die Betrachtenden und seine Handbewegung gilt auch uns und spricht uns Mut zu: Fürchtet euch nicht, ich bin mit euch auf dem Weg. Wir wissen auch, wie die Geschichte weiterging. Als die Jünger ihn schließlich erkannt hatten, kehrten sie unverzüglich wieder um, an den Ort, von dem sie geflohen waren. Sie sagten zueinander: Brannte uns nicht das Herz, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schrift erschloss? – Da erst wussten sie, dass er lebt und bei ihnen ist.
    Wie viele Emmaus-Wege sind auch wir schon gegangen? Auch ich kann ein Liedchen davon singen. Im Dunkel von Krankheit und Trauer war es auch mir zeitweise nicht möglich, den Mitgehenden zu erkennen und auch ich habe gezweifelt und mit meinem Schicksal gehadert. Die große WARUM-Frage macht ein In-die-Zukunft-Schauen, ein Die-nächsten-Schritte-Erahnen schier unmöglich. Erst im Nachhinein ist es oft möglich zu erkennen, dass da doch EINER war, der auch mir treu zur Seite ist still und unerkannt, wie wir es so schön in der dritten Strophe von Alle Jahre wieder singen.
    Besonders der Advent ist voll von Liedern, die von Hoffnung und Vertrauen erzählen. Eines meiner Lieblingslieder ist tatsächlich Kündet allen in der Not: Fasset Mut und habt Vertrauen! Die Strophen führen eine wahrlich himmlische Perspektive aus. Dürres Land wird getränkt, die Saaten sprießen, Blinde schaun zum Licht empor, Stumme werden Hymnen singen, Tauben öffnet sich das Ohr, die Lahmen springen wie ein Hirsch und schlussendlich: Gott wird wenden Not und Leid.
    Ja, diese Zusage gilt immer – auch und vor allem in dunklen Zeiten des Lebens. Und wie schön, wenn wir es selbst nicht wahrnehmen können, dass dann liebe Menschen um uns herum uns davon berichten und uns damit Mut und Hoffnung machen.
    In diesem Sinne wünsche ich uns, dass diese adventliche Botschaft: Kündet allen in der Not: Fasset Mut und habt Vertrauen! uns durch das ganze Jahr trägt und begleitet.

    News und Ankündigungen

  • Kräppelkonzert am 14.02.2026

  • von Richard Mallmann