• Ostern

  • von Hermann Differenz( Pfarrvikar)
    Liebe Gemeinden,
    beim Treffen des Senatus der Legion Mariens, wo ich geistlicher Begleiter bin und wo einmal im Monat jeweils unterschiedliche Vertreter dieser Gruppen aus Deutschland und der Schweiz sich in Frankfurt sammeln, um sich auszutauschen und über die Entwicklung ihrer Gruppen berichten, da kam Ende Februar eine Legionärin auf mich zu, die aus Portugal stammt. Praga ist ihre Heimatstadt und sie erzählte, wie dort der Ostersonntag begangen wird.
    Die Bewohner der Häuser streuen zum Osterfest Blumen auf die Straße und erwarten dann nach dem Osterhochamt eine kleine Prozession, die von einem großen, bunt mit Blumen geschmücktem Kreuz angeführt wird. Das ist Symbol für den Auferstandenen. Das tote Holz des Kreuzes ist von Lebenszeichen bunt umrandet. Das Kreuz wird zum Lebensbaum, der uns die Frucht des ewigen Lebens gebracht hat. Jesus, der Auferstandene geht auf den Straßen des Alltags zu den Häusern und Wohnungen der Menschen und der Priester bringt aus der Kirche das frisch geweihte Osterwasser mit, das ja auch das Lebenszeichen ist. Mit dem wir einst getauft wurden und mit dem wir uns bekreuzigen, wenn wir in die Kirche eintreten oder wenn wir zu hause eine Gebet sprechen oder einen lieben Menschen mit dem Wasser segnen. So geht am Osterfest in Parga der Priester zu den geschmückten Häusern und segnet die Menschen, die dort vor ihren Türen auf den Segen warten. Das Geläut der Glocken, die das Osterlied der Freude nach den stillen Tagen des Karfreitags und Karsamstags ausrufen, begleitet diese Segnung. Das ist ein schöner Brauch, aber bei uns kann man sich gern auch das Osterwasser mit nach Hause nehmen und das Haus, die Wohnung und die Ostergäste mit den geweihten Osterwasser segnen. Als der frühere Domkapitular Adam Groh, der zuvor Bischofskaplan bei Bischof Stohr gewesen war, bei einer Firmung in seinem Heimatort Nieder- Roden nach der Feier zusammen mit dem Bischof die Mutter besuchte, sagte sie bei der Verabschiedung an der Haustür: So, jetzt krieht noch jeder vun Eich noch Sege! und machte selbstbewusst als die Frau des Hauses, dem Bischof und dann ihrem Sohn das Kreuz mit Weihwasser auf die Stirn.
    Ein schöner Brauch, den man auch noch heute pflegen kann.
    So wünsche ich Ihnen und allen lieben Menschen, die Ihnen verbunden sind, ein frohes, gesegnetes Osterfest! Ein Fest, das uns aufstehen lässt zum Leben und zur Hoffnung in dieser nicht so leichten Zeit!!

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